Fruehjahrsenduro 2008

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Am Vorbabend bis in die Puppen gemuggt, gefuttert (Teil der Gage wurde in Naturalien buffettiert) trat ich meine Schafwandlung von Dresden nach Bronkow in Polen um 5.18 Uhr an. Die Kälte zehrte sehr an mir- fluchen, anhalten zum pinkeln und Pfoten wärmen, fahren- fluchen. Das alte "fahr nicht so lange auf der Strasse" Spiel. Die kleine LIMA müht sich redlich die geforderte Leistung für die Lampen zu bringen. Vorne gehören eigentlich nur 35 W rein, ich habe auf H4 aufgerüstet. Wie es scheint werden die 20 W mehr Leistung in Wärme umgestezt, denn es stinkt gewaltig nach verbranntem Kunstoff. Also wenn hier irgend etwas heiß ist dann möchte ich auch etwas davon haben und wenn es nur ein Stinkwölkchen ist. Fahren tut sie dagegen auf der Strasse bezaubernd. Nach Stunden bin ich um 9 Uhr dort wo die zwei freundlichen Spuren im polnischen Sediment mir den Weg zum Reiterhof "Country" weisen. Hier müssen sich die Schlammstrolche aufhalten. Ich erscheine pünktlich zum Frühstück. Danach geht es los.
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Wir befinden uns ca. 10 km südlich der in Ost- West Richtung verlaufenden Oder. Dorthin wird sogleich gestrebt. Wir treffen auf den herrlichen Fluß bei aufkeimendem Sonnenschein. Der Regen der vergangenen Wochen sorgt für reichlich Wasser in der Flußniederung. Wir fahren längs in östlicher Richtung und haben unablässig Spaß und Herausforderung an Wasserdurchquerungen und Bach übersringen. Traktion ist noch ausreichend gegeben und Peter macht auch gleich vor wie das geht. Mit irgendeinem Gang jenseits des ersten fährt er rgendwie über den Graben. Bardo gleich ihm nach und der hinterlässt schon eine ziemliche Grube im Schlamm. Ich bin leider etwas zaghaft und überdrehe im ersten, kriege wenig Grip und springe mit dem Hinterrad mitten rein in die Sch.. Torfschicht. Immerhin geht der Motor nicht aus. Es ist zwar nicht schön aber die leichte Suzi verzeiht solch herbe Fahrfehler im buchstäblichen Flug, lässte sich leicht aus dem Schlamm bugsieren. 040c.jpg040d.JPG040e.jpg040f.jpg040g.JPG













Bevor unsere Stiefel ganz durch sind vertrecken wir uns in erhabeneres Gelände, fahren auf Deichen und durch einen Auwald Richtung Osten bis zur ersten Fähre. Mich schlaucht ziemlich dieses Kampftrailen aber meine Rechnung geht zum Glück auf. Der Spass ist viel stärker als die Müdigkeit. Das Motorrad macht es mir auch leicht. Ich muss nicht mehr mit so viel Körpereinsatz fahren wie mit der LC4. Peter hält sich mit seiner EXC meist im Hintergrund, aber jetzt hackts ihn mal wieder und er ist auf einem EXC- Weg, den hatte er sich dann mal so hingelegt, auf und davon. Zeigt uns die Tüte, überfliegt kurz einige Schlammlöcher und kehrt dann erleichtert in die Formation zurück. Hier könnten wir eigentlich mal verweilen, HEY JUNGS DAS WETTER IST TRAUMHAFT UND ÜBERHAUPT! So eine geile Gegend denke ich während meine Gedanken kaum Zeit finden den Mund zum Rufen zu öffnen- vorbei. Genüsslich greife ich dann mit zitternden Händen zum Teleobjektiv wenn einer pinkeln muss oder sich anderweitig in einer  Lage befindet die es mir erlaubt den Kompromiss aus Verwacklung und Brennweite zu finden.040i.jpg040j.jpg040k.jpg



Jetzt sind wir schon viele Stunden unterwegs und die Mägen lassen sich nicht länger lumpen. Wir wechseln per Fähre auf die andere Seite. Vorher noch folgende Szene. Ich weiss nur das hier bald eine Föhre kommen muss, merke wie die beiden mit einmütig das satte Tempo anziehen und sich auf Tuchfühlung auf dem krassen Schlammweg heizen bis ich sie nicht mehr sehe. Mir ist nicht klar das sie der Fähre zustreben die schon beladen mit zwei PKW jeden Moment losmachen kann. Die beiden heizen also durch das Geläuf springen dreckspritzend auf die Strasse und auf den Kahn. Niemand stört sich dran was und wie wir das machen


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Eine Stelle an der die Hautströmung das Flussbett kreuzt ist wie geschaffen für die Strömungsfähren an der polnischen Oder. Mit wenig Handarbeit können die Fährmänner den Pott in die Strömung befördern. Das tun ohne zu singen mit Eisenstangen die sie zum hebeln zwischen Pott und Stahlseil benutzen. Ist er in der Strömung kreutzt er zum anderen Ufer auf und schafft es mit etwas Glück ohne Handkraft an die Anlegestelle. Leider veranstaltet auf der Seite wohin wir wollen ein Schizo armseliges Driftspiel mit einem frontgetriebenen Sportwagen und dessen Handbremse. Zwangsläufig zählen wir zu den wenigen Gaffern wider Willen die mit massvoller Verachtung dennoch nicht die Blicke von dem wenden können das sich hier zum Dorfklops macht.
Der Dorfsklep ist dafür reichhaltiger. Davor lungern einige Kids, während wir uns mit kalter "Brühpolnischer" und anderen Leckerlies stärken, um unsere Motorräder. Reichhaltig aus die Auswahl an teilweise geschädigten, die in immer ungeeigneteren Fahrzeugen durch das Dorf rasen. Hört sich ziemlich nach ungemütlichen Zeiten für manche Leute hier an. Der aufkeimende Wohlstand scheint, wie bei uns Anfang der 90'er in keinem schönen Verhältnis zur geistigen Reife zu stehen.Vorsichtig machen wir uns aus dem Staub.
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Die Kür der Übung haben wir offensichtlich vor dem Pflichtteil absolviert, was bedeutet: Es gibt nch jede Menge Km nach Norden die gefahren werden müssen, denn wir wollen ja in unsere Stammgegend zurück auf Höhe Frankfurt. Auf dem Weg dorthin begegnet uns dann auch dieser seltsame Bahndamm, besser gesagt ist die Bahn gut eingelassen in die Gegend. Endlich mal in Ruhe fotografieren, denke ich mir, sehe wie Peter an Bardos Suzi rupft um ihm schnellstmöglich in das Gleisbett zu helfen. Das Gleis scheint also doch befahren zu sein, also auch wieder Hektik, also fotografieren ohne abzusteigen. Bardo findet gleich 10 m weiter die einzige Stelle. Fährt, sieht gut aus, denke ich als die Suzi steigt und steigt. Dann aber sieht es haarich aus und ihm bleiben drei Möglichkeiten.
1. Kontrollierter Rückzug (Zu spät, Suzi schon mit dem Vorderrad im Birkenlaub)
2. Unkontrollierter Rückzug (irgendwie den Berg wieder runter fallen) Er lehnt überraschend ab, wohl weil es dafür eigentlich nie zu spät ist!
3. Er schmeist die Suzi auf die Kante.  Man sollte sagen, er lässt rechtzeitig alles los und purzelt ohne den Benzinhahn zu schliessen kurz bergab. Dann springt er augenblicklich den Berg wieder hinan, befreit den asiatischen Zitronenfalter aus seiner Zwangslage und schliest bald schon den Benzinhahn.
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Peter geht die Sache auch sehr gelassen an und kommt so eben hoch.
Nu Icke. Kurze aber steile Böschung, zwei Meter Anlauf durch den Bahngraben im spitzen Winkel- mein Traum. Muss ich los.
Ich fahre, freue mich leise weil Anfahrt geglückt. (Nichts ist demütigender als schon angesichts des Hindernisses zu versagen)
Es drückt mich die Steigung hoch- ich rutsche etwas zu weit nach hinten. Der nächste Abschnitt verläuft dann wie bei Bardo nur das mich jemand gebildert hat und ich mich für eine Mischung der Varianten 1 und 2 entschieden habe. Naja, Fehler zu machen war schon immer meine Schwäche und dann aber alles ausdikutieren. Oh ha... mach ich jetzt lieber hier weil Peter bei der Tour und auch sonst sagt: "Nich dichtn sonden fahn"
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Wir kommen aber spät mit Kohldampf nach L. nach dem wir noch ein paar kleine Kletterspässe gemacht hatten. Unser Vermieter ruft erstmal seine Frau an und sagt was wie: "Petra, die Russen sind da" Also ehrlich, wer gibt so komischen vermuchteten Typen eigentlich ein Zimmer, und dann nur für eine Nacht! Er gibt mir den Hörer denn ich soll mit seiner Frau reden, na wenn es nützt... aber es ist nur weil sie deutsch kann und mir was erklären muß. Sie hätten kein Wasser, sagt sie, und Ihr Mann würde für uns eine andere Bleibe auftun. Das tut er. Wir gehen was essen nach L. und kaufen noch den einfachen Abendsatz ein. Beim gemütlich machen können wir endlich in Ruhe den Tag auswerten. Doch der Schein trügt. Auch hier muß man sich beeilen wenn man etwas sagen will, denn der Wein wirft die müden Körper im Nu zu Bett. Vorher aber noch das alte "schmunzelnd von der Dusche kommen" Spiel. In Sachen Sanitärinstallation gibt es Polen halt immer etwas unterhaltendes zu sehen. Martin

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