Fruehjahrsenduro 2008

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Diesmal haben wir uns richtig Zeit genommen. Ganze 3 Tage haben wir veranschlagt, um die Enduros an der Oder und in den polnischen Wäldern wieder mal richtig zu benutzen. Peter und ich treffen uns schon am Freitag Abend in Frankfurt an der Oder. Peter hat inzwischen sein Womo auf gehobenes Niveau gebracht. Ein Kocher ist drin und ein Bett. Auch kann man seinen Teller Suppe nun auf einen kleinen Tisch stellen. Was will man mehr. Wir beide gehören zu der Gruppe der Tapferen, denn wir reißen die Stollen bis Montag. Marcus hat kurzfristig abgesagt und Martin kommt erst am Sonntag dazu.

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Der Sonnabend fängt ganz langsam an. Schließlich haben wir von letztem Mal gelernt, als wir am Sonntag nur noch mit Weh und Ach auf die Mofetten kamen. Am Tag davor hatten wir uns ganze zwölf Stunden lang alle möglichen Stellen wundgeritten. So doll wollten wir es diesmal nicht treiben.
So ist also Abfahrt erst um neun. Grenzkontrollen hat man seit diesem Jahr nicht mehr. Es kann sofort getankt und Geld geholt und dann geht’s schon wieder aus der Stadt raus, auch diesmal Richtung Süden. Die Oder steht eine Handbreit höher als letztes Jahr. Auch war es die letzte Woche mit 5 - 8° recht kalt für die Jahreszeit. Die Vorhersagen haben zudem von schlechtem Wetter gesprochen. Wie schlecht genau, darüber bestand allerdings keine Einigkeit in der Wissenschaft. Es wird also heute nach Wetterbericht maximal 7 oder 13° und es regnet stark oder auch nicht. Viel schlechter hätte man das mit dem Hahn auf dem Mist auch nicht hingekriegt. 

Zunächst scheint jedenfalls bei 6° die Sonne. Man will sich nicht beschweren. Und weil wir schon mal auf Nässe eingestellt sind, legen wir die Route an den Fluss. So dicht wie möglich. Genau genommen lassen wir Ihn diesmal nicht einen halben Kilometer lang aus den Augen. Die Polen haben wunderschöne Wege durch die Auen angelegt, die nun halb unter Wasser stehen. Das ist schön was zum Aufwärmen oder auch zum abkühlen. Je nachdem, wonach einem gerade ist.

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Der Kiestagebau auf Kilometer sechs ist auch diesmal wieder dran. Wir können einfach nicht an ihm vorbei, auch wenn noch so unbefahrbares Material darin rumliegt. Stürmisch drehen die Räder, aber außer dem Rückstoß durch die nach hinten ausgeworfenen Masse ist keine nennenswerte Kraft in Fahrtrichtung zu verzeichnen. Die nötige Geschwindigkeit ist zwischen den Haufen nicht zu erreichen. So eiern wir mit heulenden Motoren auf die letzte Böschung zu, dem Ausstieg. Peter nimmt Anlauf und schafft es bis zum dritten Gang. Das Drehmoment der 450er reicht damit noch für die Böschung aus. Er erreicht das obere Plateau gerade so, aber immerhin sicher. Nicht so die Suzi: Ich kann höchstens mit dem zweiten Gang in die Böschung, sonst kackt sie gleich unten ab. So tut sie es erst kurz vor Ende der Böschung. Ich versuche verschiedene Winkel und kann einmal auch das Vorderrad auf die Oberkante stellen. Aber das war’s dann. Aus reiner Verzweiflung nehme ich mir eine grasbewachsene Böschung vor. Hier greift es ganz famos. Allerdings hat die Sache von Unten nicht annährend so steil ausgesehen. Als sie nach 15 Metern zuzieht, gebe ich auf, um mich nicht zu überschlagen. Der Doktor legt sich an den Hang und ich folge der Schwerkraft. So kann ich noch mal von ganz unten die Suzi am Hang hängen sehen. Auch nicht schlecht.

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Nach diesem Ausflug ins Trockene wird nun nur noch im Wasser gefahren. Durchfahrten und Querungen, Furten und Nasswiesen, alles kommt unter die Räder, Hauptsache nass! Vorläufige Krönung ist eine Passage direkt am Fluss, durch Weidengestrüpp vom Rest der Welt abgeschnitten. Alles steht mindestens eine Handbreit unter Wasser. Manchmal gibt es etwas Größeres zu durchmessen. Ungefähr drei Kilometer geht das so.

Im weiteren Verlauf des Tages testen wir schon mal, was erst morgen einen Namen bekommen wird: Kampftrail! Als wir noch mit den schweren 600ern unterwegs waren, bewegte sich die Fuhre eher bedächtig durch’s Gehölz. Da wo es richtig eng wurde, musste man viel Gefühl walten lassen, um die Masse in Schach zu halten, Hohe Geschwindigkeiten waren da eher nicht die bevorzugte Gangart. Nun aber schlawenzelt es durchs Holz, dass es nur so eine Freude ist. Drifts auf engstem Raum sind ohne Voranmeldung möglich. Wenn das Vorderrad hoch soll, nimm man es eben hoch. Hier sind die 350er in ihrem Element. Selbst schnelle Manöverfolgen sind endlos lange ohne Ermüdung möglich. Naja und die exc? Die ist praktisch eine 350er ehrenhalber.

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Unser Ziel ist heute eine Gegend, die ich nach den Quellen des Internets zweifelsfrei als Touristengegend ausfindig gemacht habe. Auch gibt es hier Reiterhöfe, etwas das gut mit Endurismus korreliert, wenn es um die Unterbringung geht. Um dort hinzugelangen, müssen wir allerdings noch einmal in die Stadt, denn Peters Gute schafft nur 80 km mit der montierten Buddel hinterm Lenker. Das ist eine gemütliche Tagesleistung für Radfahrer.

Den Rest des Abends vergnügen wir uns beim Essen und Quatschen. Auch Tischfussball wird gespielt. Morgen erwarten wir Martin hier. Dann geht’s weiter im Dreck.

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