Frühjahrsenduro April 2007

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April und es ist endlich so weit. In der Premierenbesetzung vom Herbstenduro 2005 finden wir uns diesmal in Frankfurt an der Oder ein und schlafen dort stilvoll in Peters WOMO. Jemand hat tierisch geschnarcht (davon weiß ich nix) und andauernd musste wer pinkeln. Lobend soll auch die nette Betreunung (Kloschlüssel und Smalltalk) durch Peters Schwiegervater, respektive um genau zu sein, den Mann und die Frau, welche sich zweifelsfrei als der Schwieger von der Schulfreundin von Peters Frau ausmachen ließen.


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8°° Start in Frankfurt
Tanken. Unter der Autobahn durch nach Süden
Ein Kiestagebau weckt die müden Glieder, Wir stimmen grundsätzlich darin überein, dass dieses Gelände zu hart ist für den Frühsport. Wenigstens sind die Karren nun warm.
Nachdem ich meine Sonnenbrille zwischen den Dünen wieder gefunden habe, setzen wir die Fahrt entlang der Oder fort.

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9°° Wir finden verschiedene Wege, die uns zum Böschungsklettern nötigen. Hier zeigt sich die Überlegenheit des gelegentlichen Trainings bei Peter und seiner 450er. Wir Anderen versuchen es ihm gleichzutun. Die XT will mit mir heute früh noch nicht so richtig die Berge rauf.

Wir finden einen guten Weg am Odertal entlang.


Für seinen Enthusiasmus an den Böschungen hat Peter von einem wilden Strauch einen Dorn in seine Hand gerammt bekommen. Durch seinen Handschuh! Er ist einen Zentimeter lang und steckt senkrecht im Fingerknöchel. Wir packen unser Werkzeug aus. Taschenmesser und Zange befördern den Dorn wieder an die Luft. Peter gehört zur Gattung der Handschutzlosen. Es lebe die Acerbe!
Kritik an meinem Führungsstiel wird geäußert. Die Jungs wollen was härteres.
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10°° Also ab in Wiesen. Bald erreichen wir den Deich und da auch der zu schnöde seine Bahn zieht, wird ins Auenland abgebogen. Hier ist Überflutungsgebiet mit jeder Menge Wasserdurchfahrten. In einer erneuten Pause wird der Luftdruck in Reifen und Gabel gerichtet. Die Hinterreifen zumindest der Schwereren unter uns bekommen nur noch 0,7. Das muss reichen! Die Gilde der EXC hält das für zu kompliziert. Ich muss gestehen, mir ging das auch lange Zeit so. Aber da meistens genug Motorleistung und aber immer zu wenig Traktion da ist, wollen wir es noch mal probieren und haben uns extra wieder Verdrehsperren in die Räder montiert. Der Erfolg ist, dass nun auf der Wiese das Vorderrad steigt. Liebhaber der Dreckfontäne vom Hinterrad kommen nun nicht mehr so schön auf ihre Kosten.

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In dieser Stimmung kommen wir in einen ziemlich zugewucherten Teil des Weges. Zu beiden Seiten sind Gräben und undurchdringliches Gestrüpp. Der Biber war auch da und hat Bäume über den Weg gelegt. Umkehren will keiner und so ist "Hölzlifahren" angesagt. Über die Bäume hüpfen, unter Bäumen durch. Karre flachlegen, dann wieder springen und gleichzeitig ducken. Dann durch den Graben, weil drüben ein wenig freier ist und wieder zurück auf den Weg.
Große Erleichterung ist angesagt und lässt endlich Mann und Maschine wieder frei atmen und die Krallen steigen. Und nachdem Marcus und Peter es malo wieder behende über einen Feldgraben fliegen lassen hält es auch mich nicht mehr.
Im 1. schickie hochgeholt und rüber die dicke blaue. Eigentlich undenkbar mit 5 mm Restprofil auf dem Ackergold hier im feuchten Torf die LC4 sicher steigen zu lassen.
Dank Dir Verdrehsperre und 0,7 bar! Schon schmeißen sich die imposanten Seitengeweihe  des MFC 11 an die Traktionsfront und heben mal eben den Bock über den Graben.

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11°°
Die Auen werden breiter und wässriger. Es glitscht ziemlich, aber man sinkt nicht weit ein! Was wir uns nun trauen, haben wir schon lange nicht mehr so schlimm getrieben! Fast hemmungslos nehmen wir jedes Wasser. Wir sind zu viert, wir werden die Karre schon wieder rausholen, falls wirklich mal einer stecken bleiben sollte. Amphibien -Enduro könnte man das nennen. Spieltrieb für die Kinderseelen.
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12°° Heute, so höre ich uns abwechselnd in verschiedenen Facetten sagen: Heute läuft es, Heute kann uns nichts stoppen! Wir sind wieder eins mit unseren Pferden! Die Karren sehen aus wie Sau, die Ketten knirschen, wir sind nass, aber wir sind warm und die nächsten Aufgaben des Tages werden uns eine Freude sein!

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Mittagessen am Dorfkonsum! Hier gibt's Brötchen und Brühpolnische, Joghurt und Eis und hinterher bringt uns die Frau aus dem Laden noch einen Kawa auf Kosten des Hauses!  Es ist eine schöne Erfahrung, so dreckig und gleichzeitig willkommen sein zu können.

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In den Dörfern hier scheint seit drei Jahrzehnten die Zeit nicht mehr zu vergehen. Vieles erinnert uns an unsere Kindertage in der DDR.

13°°Mittagsschlaf fällt aus. Ich kann meine Führungsposition nicht mehr halten, seit Peter mitbekommen hat, dass es sowieso immer am Fluss lang geht. Da nützt auch der Kartentisch nichts, den ich seit einigen Fahrten montiert habe. Sandwald geht nun bis zum Fluss und endet mit einer Böschung. Es staubt. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht in eines der vielen Schützenlöcher fallen, die hier an der Kante gebuddelt sind. Hier, im Land zwischen Warta und Oder sieht man häufig Relikte des Krieges. Mir kommen Bilder aus Filmen in den Sinn. Irgendwie sieht das alles hier nach über 60 Jahren noch ziemlich frisch aus.

16°°  Bald müssen wir den Fluss verlassen, um gen Norden zu fahren. Irgendwo in den Wäldern gibt es einen Ort, an dem man billig schlafen und fürstlich essen kann. Und den wollen wir heute noch erreichen.

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Die steilen Hänge geben noch einmal Kletteraufgaben. Hier kann ich nun sehr deutlich merken, dass der Hinterreifen nur 0,7 fährt. (00.7 mit der Lizenz zum glibbern) Es glibbert schön den Berg hoch. Motto: Traktion für alle!


17°° Das Gelände zieht schon wieder zu. Schon wieder gibt es ein Tal mit steilen Hängen. Der Biber war auch hier und hat den klaren Bach aufgestaut und daraus einen Teich gemacht. Der wird jetzt bebadet. Es ist zwar erst Mitte April, aber wenn man so etwas findet, kann man eigentlich nicht so einfach wieder abhauen, ohne den winterbleichen Körper darin zu benetzen. Und so schwimmen wir ein wenig bei den Bibern.  
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18°°   Wieder Wege... Als Zwischenziel ist Lago sehr schön, aber wir sind so fertig, dass wir jetzt keine Pause mehr vertragen. Zu groß ist die Gefahr, dass wir es danach nicht mehr auf die Mopeds schaffen. Und so ziehen wir weiter. Die Strecke führt am See lang. Es ist nun immerhin so spät, dass alle Wanderer schon zu Hause sind. Keiner stört uns und wir stören auch keinen. Weiter oben am See versuchen wir noch mal die Hänge, weil sie so schön sind. Es ist aber nicht mehr viel aus uns rauszuholen.



19°° sind seit fast elf Stunden unterwegs und haben es schlimm krachen lassen. Martin zergurkt sich noch den Fuß zwischen Hang und KTM. Marcus packt sich bei einer Baumquerung hin. Der Hinterreifen von Martin konnte nicht mehr anhalten und ist nun mit berüchtigtem 0.0 unterwegs. Soweit sollte man auch im Gelände nicht ablassen. Ein Stecken schmeißt mir die Kette vom Rad, was einen Pittstopp im Hochwald bedeutet. Wir brauchen jetzt den Ausstieg, damit nicht noch irgend etwas schlimmes zu Bruch geht. Die letzten 7 km nutzen wir das polnische Straßensystem.

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20°°  In Lubnewice gibt es eine Finnhütte mit gehobenem Standard für uns und die müden Glieder. Ich kann kaum noch laufen. Im Restaurant gibt es Schnitzel und Wein und später in der Hütte noch Bier mit dem passenden Namen Zywech!!!!

5.30°° Der nächste Morgen kommt unbarmherzig!
Reifenmontage- zum Glück finde ich in der Nobelhütte etwas Kaffee um mir den Anfang zu Erleichtern. Der Ackergold sprüht geradezu über vor Eifer wenn es darum geht aus dem Felgenbett zu flutschen- kein Problem mit dem Reifen. Bardo leiht mir noch seinen Mini- Kompressor und ab damit.
7.30°° Abfahrt. Wir habe noch ein gutes Stück vor uns und mein Fuß (da ist mir gestern die Mofette raufgefallen macht Ärger. Ich verlege mich mehr auf das Fotografieren
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13°° Frankfurt, Fussgängerpassage- lassen wir es uns gut gehen beim Pizzamann, kommen da nicht ein Rudel Beamte und nörgeln an den Mofetten rum. Zum Glück hatten wir schon fast aufgegessen und kamen mit einem blauen Auge davon! Solange man noch TÜV für ein Moped ohne Blinkerrelais wohl aber mit Blinkern kriegt, indem man bei der Kontrolle durch den Prüfer den Schalter in regelmäsigen Abständen betätigt, solange ist das Leben noch des Bikens wert! Tape thumbs/01.jpg
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KTM LC4 640
KTM EXC 520
KTM EXC 450
Yamaha XT 600
Strecke: 270 km
Treibstoff: ~ 50 l

Verschleiss:
Kettenschleifer XT

Lager Kettenradaufnahme XT
Platter Reifen LC4


Fototechnik:

Pentax Z1-P analoge SLR, Vivitar Serie 1 MF 70-210 mm 3.5
Peters Digicam

Text: Bardo und Martin